Verursachungsgerechtes Wasserpreissystem

Die Stadtwerke Waldbröl versorgen täglich über 19.000 Menschen mit Trinkwasser – in Lebensmittelqualität, zu einem fairen Preis und das zu jeder Zeit. Um die Zukunftsfähigkeit der Trinkwasserversorgung für alle zu sichern, prüfen die Stadtwerke Waldbröl gegenwärtig auf ein neues Wasserpreissystem umzustellen, das weniger anfällig für zukünftige Verbrauchsschwankungen ist, die tatsächliche Kostenverteilung besser berücksichtigt und die Kosten für alle gerecht verteilt.

 Wie andere Wasserversorger auch sehen sich die Stadtwerke Waldbröl einer weiter auseinanderdriftenden Kosten-Erlös-Schere gegenüber. Grund hierfür ist die Struktur des Wasserpreissystems. Während die Kosten für Betrieb, Wartung und Instandhaltung sowie Neubau von Anlagen steigen, bleiben die Erlöse dahinter zurück. Bei den Stadtwerken Waldbröl liegt der Grundpreisanteil bei 32 Prozent – und das, obwohl der Fixkostenanteil bei 80 Prozent liegt. Der Grundpreis vermag die Fixkosten somit nicht zu decken. Die Versorger können darauf nur mit Preissteigerungen oder geringeren Investitionen reagieren. Beides ist von den Stadtwerken Waldbröl nicht gewollt. 

Verursachungsgerechte Wasserpreise 

Ein weiteres Problem soll mehr Beachtung finden: die Verursachungsgerechtigkeit der Wasserpreise. Mit den heutigen Wasserpreisen wird wegen des hohen Mengenpreisanteils in erster Linie die Abnahme von Wasser bezahlt, nicht aber die Nutzung des Systems. Auch solche Haushalte oder Betriebe nutzen das System, wenn sie für längere Zeit kein oder nur ganz wenig Wasser abnehmen. Dann verursachen sie allerdings auch dieselben Kosten wie die Dauernutzer, aber der geringe Grundpreisanteil sorgt dafür, dass ihre Kostenanteile von den anderen getragen werden – womöglich auch durch steigende Preise. Das ist nicht verursachungsgerecht. 

Untersuchung eines neuen Wasserpreissystems 

Ein zur Lösung der vorgenannten Herausforderungen mittlerweile bewährtes Preismodell, das von dem Versorger RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft entwickelt worden ist und sowohl von der Landeskartellbehörde sowie dem Bund der Steuerzahler NRW gleichermaßen gutgeheißen wird, ist das Systempreismodell. Systempreismodelle werden bereits von zahlreichen Wasserversorgern in NRW eingesetzt. Die Grundidee: Statt Wasserzählern wird die Anzahl der Wohneinheiten als Bemessungsgrundlage verwendet. Die gleichzeitige Umverteilung von Mengen- und Grundpreisanteilen führt zu mehr Verursachungsgerechtigkeit und einer sichereren Kostendeckung. Dabei erzielen die Wasserversorger bei der Umstellung keine Mehrerlöse und die Veränderungen bewegen sich in engen Bandbreiten. Ob sich solch ein Systempreismodell für Waldbröl hinsichtlich mehr Verursachungsgerechtigkeit, Kostendeckung, Planungssicherheit und Nachhaltigkeit eignet, wird derzeit untersucht. 

Selbstauskunft – eine wichtige Unterstützung! 

„Wir haben unsere Kunden in den vergangenen Wochen angeschrieben und um eine Selbstauskunft über die Nutzung des von uns versorgten Gebäudes gebeten.“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Stefan Röder. Gegenwärtig läuft die Auswertung der Daten und die Optimierung des Preismodells. Bei entsprechender Eignung ist dessen Einführung für Anfang 2019 geplant.

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